Projekt "Intervention gegen Rechtsextremismus in Rudow"

Um der zunehmenden Präsenz rechtsextremistischer Gruppierungen und gewaltbereiter Aktivisten aus dem rechtsextremistischen Spektrum eine deutliche Grenze zu setzen, führen wir in Rudow, schwerpunktmäßig um die Rudower Spinne und im Blumenviertel, von September bis Dezember 2008 mehrere aufeinander abgestimmte Maßnahmen durch. Das Projekt wird vom Bezirksamt Neukölln und dem Aktionsbündnis für Demokratie und Toleranz Rudow unterstützt und von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) begleitet.

Hintergrund sind die im Frühjahr 2008 verübten Anschläge auf zwei Häuser von Familien im Rudower Blumenviertel. Am 25. November begann der Prozess gegen zwei 16- und 19jährige Tatverdächtige aus dem rechtsextremen Spektrum. Für das Projekt wurden 90 Interviews mit Anwohner/innen durchgeführt, die derzeit ausgewertet werden, um zu erfahren, wie diese die Situation vor Ort wahrnehmen. Mit der öffentlichkeitswirksamen Kampagne wird ein sichtbares Signal gegen rechtsextreme und rassistische Ausgrenzung gesetzt.

Aktivierende Befragung:
Ziel der aktivierenden Befragung im Blumenviertel war es, zu erfahren, wie die Anwohner/innen selber die Situation vor Ort wahrnehmen und herauszufinden, ob die Befragung möglicherweise auch Impulse für unterstützende Maßnahmen gibt. Ziel ist auch, stärker für die Lage der Betroffenen zu sensibilisieren.

Begleitend zur Befragung wurde die Broschüre "Für Demokratie und Zivilcourage" erstellt und an die Interviewpartner/innen verteilt. Sie enthält Kontaktadressen von Ansprechpartnern vor Ort, eine Übersicht zu rechtsextremistischen Aktivitäten und Organisationsformen in Rudow sowie Handlungstipps im Fall von rechtsextremen und rassistischen Angriffen und Bedrohungen.
Die Ergebnisse der aktivierenden Befragung können Sie hier herunterladen. ⟩ PDF anzeigen (768 KB)

Am 14.05. wurden die Ergebnisse vorgestellt, die Rede können Sie hier herunterladen. ⟩ PDF anzeigen (48 KB)
Auch an der Presse gingen unsere Aktionen nicht spurlos vorbei: ⟩ TAZ-Artikel und ⟩ Neues Deutschland-Artikel

Die Broschüre können Sie hier herunterladen. ⟩ PDF anzeigen (2501 KB)


Demokratische Belebung der "Rudower Spinne" und Umgebung
"Neukölln für Demokratie und Respekt - Neukölln gegen Rechtsextremismus":
Am Verkehrsknotenpunkt "Rudower Spinne" treffen sich traditionsgemäß die Rudower Rechtsextremisten. Ab dem 15.11. starten mehrere einander ergänzende öffentlichkeitswirksame Maßnahmen unter dem Motto "Neukölln für Demokratie und Respekt - Neukölln gegen Rechtsextremismus". Ziel ist es, ein deutliches Signal zu senden, dass rechtsextreme Aktivitäten nicht geduldet werden. Damit verbunden ist das Ziel, den demokratischen Konsens zu stärken.

- Zwei Busse der Linien 271 und 372, die die Rudower Spinne im 15- bzw. 20-Minuten-Takt anfahren, werden mit Folien beklebt, die für Demokratie und Respekt werben und sich gegen Rechtsextremismus richten.
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- An Litfassäulen an verschiedenen Standorten in Rudow werden großformatige Plakate angebracht.
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Auf den Bussen und auf den Litfasssäulen sprechen sich Neuköllnerinnen und Neuköllner für Demokratie und Respekt aus. Sie greifen dabei Slogans aus der Respekt-Kampagne des Berliner Ratschlags für Demokratie auf, der sich Anfang des Jahres als zivilgesell-
schaftliches Bündnis gegründet hat und für eine demokratische Stadtkultur eintritt.

- Um den Leuten Gelegenheit zu geben, über die durch die öffentlichkeitswirksamen Aktionen angestoßenen Denkprozesse zu sprechen, Ärger oder Zustimmung auszudrücken, sich zu informieren und mit anderen ins Gespräch zu kommen, wird ab dem 15.11. an der Kreuzung Alt-Rudow/Groß-Ziethener-Chaussee an der Rudower Spinne an zwei Tagen in der Woche ein Informationsstand aufgebaut. Hier stehen Akteure aus der Neuköllner Politik und Zivilgesellschaft als Ansprechpartner/innen zur Verfügung. Der Stand wird von Berater/innen der MBR und der Opferberatungsstelle ReachOut unterstützt.

Die Auftaktveranstaltung am 15.11.2008 fand mit Beiträgen und Grußworten von Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, ver.di-Landesbezirksleiterin Susanne Stumpenhusen für den Berliner Ratschlag für Demokratie, dem Aktionsbündnis für Demokratie und Toleranz Rudow, der Anwohnerinitiative im Blumenviertel und der Aktionsgemeinschaft Rudower Geschäftsleute statt.
Am 6.12.2008 wurde, gemeinsam mit dem Aktionsbündnis für Demokratie und Toleranz Rudow, der Aktionsgemeinschaft Rudower Geschäftsleute und dem Institut für Kunst im Kontext der UDK Berlin auf der "Rudower Spinne" ein Zeichen für Demokratie und weltoffenes Miteinander gesetzt.
Für Rückfragen steht Ihnen unsere Projektkoordinatorin Frauke Büttner unter der Telefonnummer 030 / 568 227 53 zur Verfügung.

⟩ Fotos von unseren Aktionen


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